Hungermarsch-Projekte:
Peter Adams auf Hilfstour in Südindien
Nach einem Jahr Pause ist Peter Adams vom Jochen-Rausch-Zentrum St. Wendel im Januar und Februar 2009 wieder nach Südindien gereist. Diesmal ging die von Adams privat finanzierte Rundreise quer durch den Bundesstaat Tamil Nadu.

In der Hauptstadt Chennai konnte ein indischer Freund und Priester, Professor Dr. Anandam, ein privates Treffen mit dem deutschen Generalkonsul Roland Hermann arrangieren. Dabei standen Fragen der Visa-Erteilung an indische Deutschlandreisende und einer möglichen Reise des Weihnachten 2005 schwer verletzten Jungen Vishnuraj mit seinem Vater ins Saarland, um hier die nötigen Gesichtsoperationen machen zu lassen. In Coimbatore besuchte Adams mit seinen indischen Freunden das von Ordensfrauen geführte Krankenhaus, in dem bisher alle 10 Kinder erfolgreich am Herz operieret wurden. Der operierende Arzt ist ein Hindu, selbst kinderlos, und führt jede Operation für bisher 3000 Euro durch. Ein langjähriger Freund und wichtige Vertrauensperson für die St. Wendeler Hilfsprojekte ist Joseph Thomas. Er hat diesen Kontakt vor Jahren hergestellt und fährt die kranken Kinder mit den Angehörigen zu Vor- und Nachuntersuchung mehrmals ins 600 Kilometer entfernte Coimbatore. Aus dem Erlös des letzten Hungermarsches wurden Anfang 2009 ein Mädchen und ein Junge am Herz operiert. Ein weiteres Mädchen, das als Waisenkind in einem Kinderheim in Duraikudieruppu lebt, soll demnächts am Herz operiert werden.
Projektpartner des Jochen-Rausch-Zentrum in südlichen Teil von Tamil Nadu ist der Verein CARE, dem die indischen Freunde Father John Britto und Joseph Thomas angehören. Seit Jahren hilft der Verein erfolgreich bei Missbildungen, schweren Verletzungen und Verbrennungen sowie bei Kindern mit massiven Herzproblemen. Da es sich hierbei ausschließlich um Einzelschicksale handelt, ist für die betroffenen Familien weit und breit keine finanzielle Hilfe möglich. So bleibt den Eltern oft nichts anderes übrig, als einen Kredit aufzunehmen und sich über Jahre hinweg zu verschulden. Über den Verein CARE werden auch die Häuser für arme Witwen koordiniert und gebaut. Seit 2002 sind bereits 74 Häuser gebaute worden, die mit dem dazu gehörigen Grundstück auf den Namen der Frau eingetragen sind. Das ist wichtig, damit nicht später ein Nachbar oder Verwandter kommt und die arme Frau samt ihren Kindern aus dem Haus jagen kann. Adams konnte die letzten drei Häuser an die Witwen übergeben. Alle Häuser wurden bisher mit saarländischen Spenden finanziert.
In der Tempelstadt Madurai hat 2003 ein engagiertes Lehrerehepaar eine private Schule für taubstumme und autistische Kinder gegründet. Vom Hungermarsch-Erlös 2007 hat die Schule einen kleinen Minibus für den Transport der Kinder sowie eine Trinkwasser-Anlage und wichtige Spielgeräte angeschafft, die Peter Adams besichtigen konnte. Während des Besuches konnten alle spüren, wie froh und glücklich die Kinder sind und wie schwierig es für die Lehrerinnen ist, diesen Kindern die nötigen Kenntnisse beizubringen. Mit viel Liebe und Geduld helfen sie den Jungen und Mädchen zu hören, zu sprechen und zu lernen. Da die meisten Kinder nur ein Hörgerät haben und zwei hilfreicher wären, hat der Hungermarsch weitere 800 Euro für zehn Hörgeräte zur Verfügung gestellt.

In Srirangarajapuram besuchte Adams, zusammen mit dem Ortspfarrer John Britto, das neue Schulgebäude, für das der Hungermarsch 2000 Euro beigesteuert hat. Der Großteil kam von den Sternsingern aus der Pfarreingemeinschaft Oberthal, Güdesweiler und Gronig. Das alte 50 Jahre alte Schulgebäude war in einem sehr schlechten Zustand und musste abgerissen werden. Das Bistum Tuticorin stellte das Land zur Verfügung und die Gemeindemitglieder arbeiteten kostenlos mit und wurden von der Pfarrei verköstigt. Mit dem Bau des neuen Schulgebäudes können mehr Kinder aus den umliegenden Dörfern die Schule besuchen. Da ihre Eltern noch Analphabeten sind, ist es für die heranwachsende Generation umso wichtiger, ein gute Schulbildung zu bekommen und später selbst für sich sorgen zu können.
2008 erbrachte der Hungermarsch 14.000 Euro, die für zwei Herz-Operationen, als Teilfinanzierung der Grundschule in Srirangarajapuram und für das jährliche Schulgeld für arme College-Schüler verwendet wird. Allen Spenderinnen und Spender ein herzliches vergelts Gott. Wegen der anstehenden Bundestagswahl findet der diesjährige Hungermarsch bereits am Sonntag, dem 20. September, wie gewohnt um 11.00 Uhr im Missionshaus statt. Nähere Informationen erfolgen später.
Peter Adams
Weitere Informationen: Peter Adams, Projektverantwortlicher und Leiter der Aktionsgruppe Hungermarsch, Telefonnummer: (06851) 7681